Electric Blues

von Hendrik Heimer / am 01.10.2016 / in Allgemein

Die Gedanken eines Seglers kreisen nicht etwa um Wind und Wetter, sondern um seinen Dieselmotor – wie ein Blick in sein Gehirn zeigt:

(C) Cruising Outpost

Der Dieselmotor ist tatsächlich das meistgehaßte Stück Technik an Bord, weil er eigentlich immer dann ausfällt, wenn  man ihn mal ganz dringend benötigt. Die Folgen sind oft fatal, wie der Unfall vor Rimini im April 2017 zeigt. Ursache ist oft die sog. „Dieselpest“, ein zäher Schleim aus Bakterien die im Diesel gedeihen und sich am Boden des Tanks ablagern. Wenn das Boot dann durch hohen Seegang stark schaukelt, löst sich der Bodensatz und wird vom Motor angesaugt. Dann verstopft der Dieselfilter und der Motor geht aus.

Aber es gibt noch unzählige weitere Schwachstellen, sei es der Impeller zur Kühlwasserversorgung, der regelmäßig zerbröselt, der Wärmetauscher zwischen Primär- und Sekundär-Kühlkreislauf, der sich mit Salz zusetzt, das Getriebe, die Stopfbuchse im Wellentunnel, und so weiter. Und dann natürlich die Vibrationen, die Geräusche und der Dieselgestank, die alle überhaupt nichts mit Segeln zu tun haben. Ja, das Bildchen oben gibt es ganz treffend wieder: I f*cking hate you!

Irgendwie passt so ein Diesel also nicht ins Konzept einer Yacht der nächsten Generation. Er ist eher ein Relikt einer vergangenen Generation. Aber was wäre denn die Alternative? Und da fand ich dann im Juli 2015 den Kontakt zu COBOAT.

COBOAT war die Vision eines Coworking-Space auf einem 82-Fuß Katamaran, den die Gründer Gerald und Karsten schrottreif auf den Malediven entdeckt hatten, und nun in Thailand in ein stylisches schwimmendes Office umbauen ließen, mit dem sie als digitale Nomaden um die Welt ziehen wollten. So sollte COBOAT dann irgendwann ausschauen:

(C) Oceanvolt / Coboat

Aber COBOAT sollte auch nachhaltig und ohne Carbon-Footprint um die Welt segeln. Dafür nutzte man einen Antrieb von OCEANVOLT aus Finnland, der gleichzeitig als Hydrogenerator auch Strom erzeugen konnte. Da wurde ich dann hellhörig. Das klang schon viel eher nach „next generation“.

Ein Blick auf das Antriebskonzept überzeugte mich dann sofort. OCEANVOLT war damit allen anderen Mitbewerbern am Markt um Jahre voraus. Und es paßte perfekt zu meinem Konzept des NEXT GENERATION YACHTING – einfach und zuverlässig, völlig wartungsfrei, leicht und sehr kompakt, aber dennoch extrem leistungsfähig. Und der Clou ist natürlich die Möglichkeit, beim Segeln damit den Strom zu erzeugen, den man dann wieder unter Motorfahrt benötigt.

(C) Oceanvolt

Das ist genau, was ich für unser Konzept brauche. Dank Lithium-Technologie ist es heute auch kein Problem mehr, entsprechend dimensionierte Stromspeicher an Bord zu haben. Und mit dem Strom kann man dann auch alle anderen Geräte an Bord betreiben, vom Induktionsherd (kein Gas mehr notwendig!) über den Wassermacher (Meerwasser-Entsalzungsanlage) bis hin zur Waschmaschine oder einem Kaffee-Vollautomaten (ganz wichtig!).

Und so ergab sich dann auch zwangsläufig der Name für unser neues Boot:

VOLT

Nach einem ersten Kontakt mit OCEANVOLT war mir klar, die VOLT wird ein Testimonial für die OCEANVOLT-Technologie. Es wird das OCEANVOLT-Boot, extrem innovativ und in vielen Aspekten allen heutigen Fahrtenyachten weit überlegen.

(C) Berckemeyer / Viator Marine

 

Mit OCEANVOLT haben wir den richtigen Partner gefunden, um unsere Vision in die Tat umzusetzen.

(C) Oceanvolt

 

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